Zeitgewinn (Teil 2): „Fehler entstehen immer, aber …“

26. März 2021

Im zweiten Zeitgewinn-Teil erzählt Markus Förster von Leonhardt, Andrä und Partner unter anderem, mit welchen Tools LAP die Effizienz steigert und warum sein Haus noch immer nicht geplant ist.

In unserer Interviewreihe zum Thema Zeitgewinn reden wir mit renommierten Ingenieuren und Architekten über die Bedeutung von Zeit, Effizienz, Mittel zum Zeitgewinn sowie über die Nutzung gewonnener Zeit. Diesmal sprechen wir mit Markus Förster, Abteilungsleiter Brückenbau bei Leonhardt, Andrä und Partner (LAP), über optimierte Prozesse, Lebensqualität und das immer wieder aufgeschobene eigene Haus.

tamina_fotomontage_white-model© Bastian Kratzke; Taminabrücke


Was bedeutet freie Zeit für Sie? Welchen Stellenwert hat sie?

Der Stellenwert von Freizeit ist für mich sehr hoch. Ich bin durch meine Aufgaben und Verantwortung im Büro sehr intensiv eingespannt. Umso wichtiger sind dann die Abschnitte dazwischen. Wenn ich Zeit zur privaten Verfügung habe, dann schnaufe ich durch, genieße den Moment und die gemeinsame Zeit mit meiner Partnerin. Parallel habe ich aber eine persönliche Vision, der ich dann gern nachhänge: Wir wollen unser eigenes Haus bauen. Das verschiebt sich bisher aber immer wieder, weil die Zeit immer wieder zu kurz erscheint, sich in der notwendigen Intensität mit diesem wichtigen Schritt auseinanderzusetzen und die bisherigen Ideen weiterzuentwickeln.


Wie wichtig ist Effizienz für Sie?

Effizienz ist natürlich sehr wichtig. Effizienz bedeutet für mich, bis zu einem gewissen Punkt konzentriert an einer Aufgabe dranzubleiben, diese zu bearbeiten und dann zu sagen: Das ist mein Ergebnis - und damit ist es gut. Manchmal erwische ich mich dabei, weiter an diesem Ergebnis feilen zu wollen. Das wird genau dann zu einem Problem, wenn der Mehraufwand nicht mehr in einem ausgewogenen Verhältnis zum verbesserten Endergebnis steht. Ich arbeite daran, dies abzustellen. Zu einer effizienten Arbeitsweise gehört aber auch der Austausch mit Kollegen und die Einbeziehung von deren Wissen und Erfahrungen oder die Nutzung geeigneter Hilfsmittel, beispielsweise leistungsfähiger Software.

Strombrückenzug_Magdeburg_klein© Leonhardt, Andrä und Partner / VI-Ex; Strombrückenzug Magdeburg


Welchen Stellenwert hat Ineffizienz im Arbeitsleben?

Im Ingenieurbau haben wir stets sehr individuelle und einzigartige Projekte. Trotzdem tauchen einzelne Teilaufgaben immer wieder auf. Insbesondere dabei ist es wichtig, bisherige Erfahrungen so einzusetzen, dass eine optimierte Abarbeitung erfolgt, ohne die notwendige Sorgfalt zu vernachlässigen. Ineffizienz entsteht beispielsweise auch dadurch, wenn sich gleichartige Fehler wiederholen und dann mehrfach behoben werden müssen. Dem entgegen wirkt unser internes QM-System, mit welchem festgestellte Unregelmäßigkeiten analysiert und auch kommuniziert werden. Unsere Sichtweise: Fehler können vorkommen, doch sollte man gleiche Fehler nicht mehrfach machen.


Wie wichtig sind effizient arbeitende und funktionierende Softwarelösungen?

Wir verfolgen die Entwicklungen auf dem Software-Markt sehr aufmerksam und sind bestrebt, die sich daraus ergebenden Möglichkeiten für LAP nutzbar zu machen. Dabei schauen wir auf die volle Breite am Markt, um Fortschritt in unsere Prozesse zu implementieren. Als Beta-Tester für Allplan begleite ich die Entwicklung und halte regen Kontakt zum Product Management. So tauschen wir uns darüber aus, was uns umtreibt und was uns in der Software wichtig ist, welche Funktionen wir wie intensiv nutzen, wo gegebenenfalls nachgebessert werden muss oder welche Funktionen zusätzlich benötigt werden. Leistungsfähige Software ist neben dem Know-how unserer Mitarbeiter essenziell für Projekterfolg.

Queensferry_Crossing© Markus Förster; Queensferry Crossing


Zeitgewinn bedeutet

für mich privat … einen Zugewinn an Lebensqualität, was viele Dinge umfasst. Dazu gehört auch das, was ich bereits angerissen habe: unser Haus. So könnte ich unsere Gedanken und Ideen dazu aufs Papier bringen und die bisher noch etwas vagen Punkte fortentwickeln. Die Detailplanung und Umsetzung würde ich aber aus Zeitgründen in andere Hände legen, denn das macht man nicht mal so nebenher.

im eigenen Job … eine noch bessere Begleitung der Kollegen und der mir anvertrauten Aufgaben. Dazu gehören unter anderem das Anleiten und Führen von Mitarbeitern, in die ich gern mehr Zeit investieren möchte. Mit aktuell sehr viel Projektarbeit ist dies nicht immer ganz einfach. Ebenso kann die Kommunikation neuer Funktionalitäten unserer Planungswerkzeuge oder die Erarbeitung optimierter Prozesse noch verbessert werden. Auch hierzu wäre mehr Zeit wünschenswert.

für das Büro … mehr Zeit für Aufgaben neben der Projektarbeit, für langfristige Perspektiven, unsere Roadmap für die nächsten Jahre. Und wir nähmen uns die gewonnene Zeit, um zu analysieren, wie wir uns weiter verbessern und verstärken könnten.


 

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