Wie BIM und ALLPLANs Design-to-Build-Ansatz der AEC-Branche zugutekommt

15. Dezember 2021

Ein Interview mit Dr. Detlef Schneider, CEO von ALLPLAN

Die digitale Revolution in der AEC-Branche findet schon seit einiger Zeit statt, wobei die Pandemie den Fortschritt beschleunigt. Doch wie bei jeder Revolution gibt es Vorbehalte gegenüber der neuen Arbeitsmethode. Dr. Detlef Schneider, CEO von ALLPLAN, erklärt, warum BIM für die Baubranche wichtig ist und wie der Design-to-Build-Ansatz von ALLPLAN allen Baubeteiligten zugutekommt.

Was hält manche Planer noch von der Einführung von BIM ab?

Detlef: Die meisten Fachleute sind sich einig, dass BIM und die Digitalisierung eine Schlüsselrolle bei der Beseitigung von Ineffizienzen in der AEC-Branche spielen, aber es gibt noch Hürden zu überwinden. Dazu zählen Vorbehalte gegenüber Veränderungen, mangelnde Kenntnisse über die Arbeit in 3D sowie die Tatsache, dass viele Ergebnisse immer noch in 2D erforderlich sind.

Die Schwierigkeit dabei ist, dass viele Unternehmen bereits auf BIM umgestiegen sind und daher mehr Dienstleistungen anbieten, sich besser in Planungsprozesse integrieren und dadurch viele Vorteile realisieren können. Planungsbüros, die nicht mit BIM arbeiten, geraten dadurch ins Hintertreffen.

Warum ist BIM eine effektive Methode für Baubeteiligte?

Detlef: Die Umstellung auf eine digitale Planungsumgebung ist bereits in vollem Gange, und wir beobachten, dass BIM von der frühen Planungsphase in die Bau- und Fertigungsphase und sogar in die Übergabe- und Betriebsphase übergeht. Aber es handelt sich nicht nur um einen linearen Prozess. BIM beinhaltet auch Daten und Informationen, die während des gesamten Prozesses benötigt werden und die dann bereits in früheren Entwurfsphasen berücksichtigt werden sollten. Dieser "Design to Build"-Ansatz - der auch unser Firmenmotto ist - unterstützt datengesteuerte Entscheidungen für bessere Ergebnisse. Wir sind außerdem davon überzeugt, dass BIM schon bald der Industriestandard für die Durchführung von Projekten jeder Größe sein wird. Des Weiteren kann BIM auch einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit leisten.

Warum ist ein "Design to Build"-Ansatz wichtig?

Detlef: Die Ergebnisse sind überzeugend. "Design to Build" mit BIM bedeutet, dass der Architekt oder Ingenieur über alle Werkzeuge und Informationen verfügt, die er braucht, um frühzeitig die richtigen Entscheidungen zu treffen. BIM ermöglicht zum Beispiel eine hochpräzise Mengenermittlung, um die Kosten oder die Auswirkungen auf die Ressourcen zu verstehen. Effiziente Modellierungs-, Kollaborations- und Visualisierungsfunktionen fördern eine transparente Kommunikation, um den Informationsaustausch zwischen allen Projektbeteiligten sicherzustellen.

"Design to Build" bedeutet auch, dass ein Generalunternehmer das BIM-Modell während der gesamten Bauphase nutzt und es im Laufe der Zeit mit schlanken Baumethoden, Baustelleneinrichtungen oder Sicherheitsüberlegungen anreichern kann. Das kann ein Planungsbüro, das BIM nutzt, zu einem attraktiven Partner machen. Die Berücksichtigung der Baubarkeit eines Hochbau- oder Infrastrukturprojekts im digitalen Modell hilft, Probleme auf der Baustelle zu vermeiden, was wiederum den Ruf eines Architekten oder Ingenieurs verbessert.

Welche weiteren Vorteile bietet BIM?

Detlef: Wir glauben, dass die Vorteile letztlich in der Fähigkeit liegen, an größeren Projekten zusammenzuarbeiten und die besten Fachkräfte zu halten. So wird beispielsweise die Flexibilität, die die Cloud-Technologie bietet, von vielen Experten erwartet. Die Verwendung älterer oder veralteter Arbeitsmethoden ist daher sowohl für die Mitarbeiter als auch für die Projektpartner eine weniger attraktive Option. Ohne diese Werkzeuge schränken Planungsbüros möglicherweise die Anzahl der Projekte und Unternehmen ein, mit denen sie zusammenarbeiten sowie den Zugang zu den besten Fachkräften.

Um diesen Wandel zu unterstützen, ist diese Flexibilität nun auch für ALLPLAN über Allplan Share verfügbar. Die Teammitglieder sind nicht mehr an ihren Schreibtisch gebunden, sondern können jederzeit und von überall aus an ihren Projekten arbeiten. Die Projektdaten sind sicher und geschützt. Gleichzeitig können Teammitglieder direkt zusammenarbeiten. Mit Allplan Share haben Planungsbüros die volle Kontrolle über alle Benutzer- und Administrationsrechte. Die Anzahl der Benutzer ist praktisch unbegrenzt und es wird keine IT-Infrastruktur benötigt - nur ein Internetanschluss.

Und was können wir sonst noch von ALLPLAN erwarten?

Detlef: ALLPLAN wird sich weiterhin darauf konzentrieren, die Effizienz der Design-to-Build-Workflows bei der Planung von Gebäuden und Infrastrukturprojekten zu erhöhen. Die neuesten Entwicklungen in unserer kürzlich veröffentlichten Version Allplan 2022 zeigen, dass wir unsere umfassende Suite von Werkzeugen für Architektur und Ingenieurbau weiter verbessert haben. So unterstützt Allplan eine gründliche Erfassung der Bauumgebung mit Funktionalitäten für Geländemodell und Straßenplanung sowie für die Planung von Brücken mit Fertigteilträgern. Natürlich werden wir nach der Fusion von Precast Software Engineering mit ALLPLAN an der Integration von Precast-Produkten in Allplan arbeiten. Der Entwurf von hochwertigen Gebäuden und Infrastrukturen wird immer eine komplexe Herausforderung sein. Unser Ziel ist es, dass Allplan die beste Lösung für die Bedürfnisse aller Beteiligten in der AEC-Branche bietet, sowohl heute als auch in der Zukunft.


 

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