100 % recycelbar: So ökologisch kann Brückenbau mit Aluminium sein

3. April 2017

Nachhaltigkeit spielt auch im Brückenbau eine entscheidende Rolle. Als Auftraggeber geht der Bund dabei mit gutem Beispiel voran und sorgt für eine umweltverträgliche und wirtschaftliche Infrastruktur.  Welches Potenzial der Einsatz von Aluminium bietet, erfahren Sie in diesem Beitrag.

 

Schillerbrücke aus Aluminium, Gaggenau

© RS Ingenieure, http://www.rs-ingenieure.de/; Schillerbrücke aus Aluminium, Gaggenau  

 

Die Erhaltung und der Ausbau einer qualitativ hochwertigen Straßeninfrastruktur ist ohne Brücken- und Ingenieurbau nicht denkbar. Projekte wie diese sind oft mit hohen Kosten verbunden. Ökologischer Brückenbau, der auch ökonomisch vertretbar ist, bildet deshalb ein zentrales Ziel des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS). Die Nachhaltigkeit ergibt sich dabei aus der Betrachtung des gesamten Lebenszyklus eines Brückenbauwerks, inklusive seiner Verwertung nach Nutzungsende. Wichtige Kriterien bilden unter anderem die Wartungsfreundlichkeit des Brückenbauwerks, um Folgekosten gering zu halten, sowie die Recycling-Eigenschaften. Bei der Auswahl der Baumaterialien achten Ingenieure deshalb besonders auf Langlebigkeit und Verlässlichkeit.

 

Ökologischer Brückenbau am Beispiel der Schillerbrücke

Ein gelungenes Beispiel für ökologischen Brückenbau bildet die Erneuerung der Schillerbrücke im baden-württembergischen Gaggenau. Aufgrund großer Mängel, die bei einer Bauwerkshauptprüfung im Jahr 2011 festgestellt wurden, musste der Überbau der 86 Meter langen Konstruktion erneuert werden. Eine Sanierung hatte sich als unwirtschaftlich erwiesen. Es gab erhebliche Korrosionsschäden im Bereich der Stahllängsträger. Auch der Asphaltbelag der Querfugen war stark beschädigt.

 

Bei der Auswahl des Baumaterials entschied sich das Ingenieurbüro RS Ingenieure GmbH & Co. KG für den Einsatz von exoliertem Aluminium. Es verzichtete zum großen Teil auf Schweißnähte, da sie hohes Fehlerpotenzial bei Einschlüssen oder Porenbildung bieten. Darüber hinaus kann sich die Konstruktion durch das Schweißen verziehen und die Wärme innere Spannungen hervorrufen. Aus diesem Grund verfügt der Brückenbau nur an den Lagerplatten und den Plattformen über Schweißnähte, die anderen Teile wurden verschraubt.

 

Schön schlank übers Tal: Die Grubentalbrücke -
eine anspruchsvolle Konstruktion made in Deutschland

 

Aluminium: 100 Prozent recycelbar & witterungsbeständig

Die Vorteile des Leichtmetalls Aluminium sind zahlreich: Es lässt sich gut verarbeiten und verformen und verfügt über einen Korrosionseigenschutz. In direktem Kontakt mit Sauerstoff wird das Leichtmetall mit einer Oxidschicht überzogen, die sich beim Durchdringen sofort wieder erneuert. Durch Eloxieren, das elektrische Oxidieren von Metalloberflächen, wird dieser Schutz noch verstärkt. Aluminium ist zudem nicht nur besonders leicht und belastbar, sondern auch sehr witterungsbeständig. Hinsichtlich der Erneuerung der oben beschriebenen Schillerbrücke ergibt sich daraus eine hohe Wartungsfreundlichkeit dieses Brückenbauwerks.

 

Aluminium ist aufgrund seiner Leichtigkeit darüber hinaus unkompliziert zu demontieren und kann anschließend zu 100 Prozent recycelt werden. Wird das Metall in den Produktionszyklus zurückgeführt, liegen die Herstellungskosten nach sieben Recycling-Vorgängen bei nur fünf Prozent des ursprünglichen Preises. Daraus resultiert auch ein höherer Schrottpreis im Vergleich zu anderen Materialien, der in die Berechnung der Gesamtwirtschaftlichkeit einbezogen werden sollte.

 

Energieeffizientes Bauen und Erhalten mit Aluminium

Aufgrund der aufgeführten Nachhaltigkeitsaspekte bietet Aluminium großes Potenzial für ökologische Ingenieur- und Brückenbauprojekte. Effektives und effizientes Bauen sowie Erhalten kann so auf einem hohen Niveau gewährleistet werden.

 


 

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