Offene Welten für Kultur, Kunst und Wissenschaft

20. März 2019

Moderne Kulturzentren erfüllen viele Aufgaben: Sie müssen flexibel nutzbar sein und eine einladende Atmosphäre haben. Nur so entsteht ein Ambiente, in der Ausstellungen und kulturelle Events die Besucher ansprechen und erreichen. Hinzu kommt, dass die modernen Kulturbauten eine zentrale Stellung in den Städten einnehmen und deshalb auch repräsentativ wirken sollten. Die Macher von modernen Kulturzentren haben sich dieser komplexen Herausforderung gestellt und eröffnen mit ihren innovativen Konzepten neue Möglichkeiten des Austausches. Wir stellen Ihnen drei solcher beeindruckender moderner Kulturbauten vor.

 

Centre Culturel Dédié Au 7è Art in Paris: Multimediales Filmzentrum

2024 soll die EuropaCity, ein acht Areale umfassender Freizeitpark, im Nordosten Paris eröffnet werden. Zu dem Ensemble gehört auch das „Centre Culturel Dédié Au 7è Art“, das vom niederländischen Büro UNStudio geplant wird. Mitten in die wellenförmig angelegte Landschaft des Vergnügungsparks werden drei Cortenstahl-Blöcke installiert, die das Kulturzentrum bilden und sich in der Mitte in einem Forum treffen. Die Dachterrassen der einzelnen Kulturbauten fallen schräg ab, was Besuchern interessante Ein- und Ausblicke gewährt. Durch diese expressiven Formen der drei Gebäudeteile entstehen weite Aufenthaltsflächen.

 

Blockbuster, Arthouse und New Digital Arts: Jeder Block widmet sich einem speziellen Genre. Neben den typischen, innenliegenden Kinosälen gibt es auch ein Open-Air-Kino. Außerdem sollen Restaurants und Cafés, Multimedia-Displays und Außenprojektionen zum Verweilen einladen. In den unteren Bereichen des 10.045 Quadratmeter großen Gebäudes wird es Produktionsstätten geben. Durch große Glasfassaden können Besucher live dabei sein, wenn neues Film- und TV-Material entsteht. Damit hat das moderne Kulturzentrum auch den Anspruch eines „Kulturlabors“, in dem Menschen mehr als einen Film sehen können.

 

Centro Niemeyer in Avilés: Futuristisches Ensemble 

Zwischen 2007 und 2011 entstand das Oscar-Niemeyer-Kulturzentrum in Avilés. Die Stadt an der spanischen Atlantikküste liegt in der autonomen Region Asturien. 1989 erhielt der brasilianische Stararchitekt Oscar Niemeyer den Prinz-von-Asturien-Preis für Kunst. Viele Jahre später bedankte er sich für die langjährige Zusammenarbeit und Ehrungen mit dem Entwurf eines Kulturzentrums. Weißbeton, farbige Flächen und der Verzicht auf rechte Winkel machen den typischen Niemeyer-Stil auch hier aus.

  

Vier Bauten umgeben einen großen, zentralen Platz: Die Konzerthalle, ein Ausstellungsgebäude, der Aussichtsturm sowie ein Mehrzweckgebäude, in dem sich neben Konferenzräumen auch ein Kinosaal befindet. Der Bau des modernen Kulturzentrums war eine große Herausforderung für alle beteiligten Gewerke: Spannweiten von bis zu 50 Metern, die Kuppel des Museums und die vielen wellenförmigen Wände und Bögen erforderten genaueste statische Berechnungen. Es wurden insgesamt 91.360 Kubikmeter Gerüstmaterial verbaut, um die großzügigen und kurvenreichen Räume zu erhalten. Die offene Form soll alle Interessierten dazu einladen, sich auszutauschen und mit Kultur in Kontakt zu kommen. Gleichzeitig soll das Kulturzentrum, das auf der künstlichen „Insel der Innovation“ mehr als zwei Meter über dem Ufer steht, der Stadt neuen, wirtschaftlichen Schwung geben.

 

Fosun Foundation in Shanghai: Fließende Fassade

Die Fassade des modernen Kulturzentrums im Herzen Shanghais macht definitiv neugierig auf das, was sich im Inneren verstecken mag. Sie besteht aus 675 schmalen Bronzerohren. Die an Bambus erinnernden Elemente mit einer Länge zwischen zwei und 16 Metern sind in drei gewellten Reihen leicht versetzt hintereinander angeordnet. Mehrere Stunden am Tag ist dieser mehrgliedrige Vorhang in Bewegung. Mal lüftet er sich und die schlichte Glasfassade darunter wird sichtbar, mal schließt sich die Fassade scheinbar völlig.

 

Bei der Gestaltung orientierten sich die Architekten der Londoner Büros Foster + Partners und Heatherwick Studio an der traditionellen chinesischen Bühnenarchitektur. Auf sieben Stockwerke verteilen sich die 4.000 Quadratmeter des Kulturzentrums an der Uferpromenade des Huangpu. Das Erdgeschoss ist eine offene Passage, im ersten Stockwerk befindet sich ein umlaufender Balkon und das dritte Stockwerk bildet die Dachterrasse, auf der die Installation „Counter Sky Garden“ des japanischen Künstlers Tatsuo Miyajima zu sehen ist. Die weiteren vier Stockwerke liegen unterirdisch und bieten zusätzlichen Platz für Veranstaltungen, Ausstellungen und Konferenzen. Das moderne Kulturzentrum ist der flirrende Mittelpunkt des rund 420.000 Quadratmeter großen Bund Finance Centers. Neben der Fosun Foundation gehören Bürogebäude, Verkaufsflächen und ein Hotel dazu.

 

Moderne Kulturzentren nehmen Kulturinteressierte bereits durch ihre Architektur gefangen. Sie schaffen eine fruchtbare Umgebung, in der sich Menschen abseits des Alltags kreativ und kritisch mit ihren Themen auseinandersetzen können. Ähnliche Ziele verfolgen die modernen Museumsbauten, die wir Ihnen in diesem Beitrag vorstellen.


 

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