Fassade für die Sonne: Amt für Umwelt und Energie Basel

4. Mai 2022

Das neue Amt für Umwelt und Energie Basel präsentiert sich unter anderem mit einer Hülle aus PV-Modulen als Musterbeispiel für nachhaltiges Bauen.

Wenn ein Amt für Umwelt und Energie dieser Tage in der Schweiz neu gebaut wird, steht das Projekt zweifellos unter einem gewissen Druck, mit gutem umweltfreundlichem und energieeffizientem Beispiel voranzugehen. In Basel muss man sich seit Kurzem diesbezüglich wohl keine Sorgen mehr machen. Das hiesige im Oktober 2021 fertiggestellte Amt für Umwelt und Energie (AUE) zeigt schon von weitem, wie ernst man im Kanton die Nutzung erneuerbarer Energien nimmt. Abgesehen von den Fenstern ist die Fassade des Neubaus praktisch eine einzige Photovoltaikanlage. Doch punktet der Neubau noch mit einigen anderen Aspekten als vorbildlich nachhaltiges Gebäude.

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Nach Minergie-A-ECO zertifiziert

Das AUE-Gebäude ist nach Minergie-A-ECO zertifiziert, was einem Null- oder Plusenergiehaus entspricht, wobei der Verdacht naheliegt, dass es sich in diesem Fall um letzteres handelt. Die nahezu lückenlos auf allen Fassadenseiten verbauten PV-Module bestehen aus effizienten monokristallinen PERC-Zellen und sollen jährlich rund 45.000 Kilowattstunden Strom erzeugen, was in etwa dem Jahresbedarf von zwölf Einfamilienhäusern gleichkommt. Ein eigens für das Projekt entwickeltes Spezialglas mit metallischen Farbpunkten bricht den dunklen Basiston und überlagert ihn mit wärmeren Farbtönen und sorgt für ein dynamisches Farbspiel, das sich je nach Lichteinfall verändert. Die Wirksamkeit des Energiekonzepts wird anhand eines digitalen Zwillings simuliert.

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Gesundes Raumklima

Der Zusatz „ECO“ in der Zertifizierung weist auf eine Ergänzung der Minergie-Produkte um die Bereiche Gesundheit und Bauökologie hin. Im Fokus steht dabei insbesondere ein gesundes Raumklima. Beim AUE-Neubau wird dies unter anderem über eine vorwiegende Holzkonstruktion (Skelett) erreicht. Deckenfelder sind in Holz-Beton-Hybridbauweise ausgeführt, Stahlauskreuzungen dienen der Aussteifung. Um die graue Energie zu minimieren, wurde heimisches Holz verwendet, wodurch lange Transportwege vermieden werden konnten.

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Upcycling und thermische Bauteilaktivierung

Ein ebenfalls löbliches Upcycling-Detail findet sich in der Trittschalldämmung. Die Holzteile der Decken sind mit Schallabsorbern aus 24 Millimeter starkem PET-Filz versehen, der aus alten Flaschen stammt. Insgesamt stecken in jedem Quadratmeter quasi rund 88 Flaschen. Die Betonrippen in den Decken werden im Sommer mittels thermischer Bauteilaktivierung zur Kühlung des Bürobaus genutzt. Hierzu wird nachts die kühlere Luft durch Fensterklappen ins Innere gelassen. Und auch bei der künstlichen Belichtung ist alles auf Energieeffizienz angelegt: Auf Deckenleuchten wird komplett, auf Wandleuchten weitgehend verzichtet. Stattdessen sorgen Tischleuchten direkt an den Arbeitsplätzen dort für Licht, wo es am meisten gebraucht wird.

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