Tragwerksplanung 4.0 im Ingenieurbüro – Sieben Gründe für die Planung mit BIM

18. März 2020

Tragwerksplaner Walter Muck erzählt ALLPLAN, wie er die Produktivität in seinem Ingenieurbüro dank BIM um 35 Prozent steigern konnte. Wir haben die wichtigsten Punkte für Sie zusammengefasst.


Die Tragwerksplaner von MUCKINGENIEURE arbeiten seit mehr als fünf Jahren mit BIM. Walter Muck berichtet, dass seine Firma dank der digitalen Arbeitsweise ihre Produktivität um bis zu 35 Prozent steigern konnte. Insbesondere die Allplan IBD Planungsdaten haben sich hierbei als äußerst hilfreich erwiesen. MUCKINGENIEURE konnten diese auf ihre Bedürfnisse hin anpassen – etwa durch das Kreieren bestimmter Bewehrungsmodule – und so einen eigenen Bürostandard definieren, mit dem jeder in der Firma arbeitet. Dank der mit Informationen angereicherten intelligenten Bauteile lassen sich zum Beispiel Massen automatisch ableiten, die früher mühselig und fehleranfällig in Tabellen angelegt werden mussten. Ebenso müssen Veränderungen an einem Bauteil – zum Beispiel eine Wand mit einer bestimmten Stärke – nicht mehr einzeln an allen Stellen nachgetragen werden, wo das Bauteil verbaut wird. Es reicht die Änderung an einem Beispiel, die dann auf die übrigen Positionen übertragen wird.

 

1. Warum soll ich mein Büro auf die BIM-Arbeitsweise umstellen?

Bei allen Argumenten für eine Umstellung auf die BIM-Arbeitsweise hebt Walter Muck vor allem eins deutlich hervor: Die Zukunft ist digital, und darauf müssen sich alle einstellen – auch die Baubranche. BIM hilft dabei, einheitliche Bürostandards einzuführen, den Nachwuchs von Bauzeichnern und Bauingenieuren für sich zu gewinnen sowie auch als kleines Büro größere Projekte (mit) zu bearbeiten. Letzteres wird dadurch möglich, dass etwa freie Mitarbeiter dank IFC-Format problemlos in Projekte mit eingebunden werden können. Nicht zuletzt erhöht BIM deutlich die Effizienz der Bearbeitung und reduziert im Vorfeld Planungsfehler.

 

2.  Wie motiviere ich meine Mitarbeiter für die BIM-Arbeitsweise?

Ein wichtiger Punkt für die Implementierung von BIM in einer Firma ist die Motivation der Mitarbeiter für diese Umstellung. Das Wichtigste hierbei ist, dass die Geschäftsführung von der Einführung überzeugt ist. BIM muss von oben nach unten gelebt werden! Gerade junge Mitarbeiter – die digital natives – müssen in der Regel gar nicht erst von BIM überzeugt werden. Zudem erkennen auch ältere Mitarbeiter, dass die Fähigkeit, BIM-basiert zu arbeiten, für ihre Zukunftssicherung unabdingbar ist. Ein 55-Jähriger Bauzeichner, der auch in zehn Jahren noch in seinem Beruf arbeiten möchte, weiß, dass er diese Umstellung mitmachen muss.

 

3. Welche BIM-Software muss ich für mein Büro kaufen?

Für das Arbeiten mit BIM brauchen Büros natürlich die richtige Software. Die hat man allerdings meistens schon, da aktuell gewartete Software in aller Regel bereits BIM-fähig ist. Einzig das Nutzen der Software beziehungsweise die Herangehensweise an diese ist anders. Allplan bietet mit den IBD Planungsdaten mit Attributen vordefinierte Assistenten an, was eine Einführung der BIM-Arbeitsweise erheblich erleichtert.

 

4. Mit welchen Kosten muss ich bei der Umstellung auf die BIM-Arbeitsweise rechnen?

Kosten für die Umstellung auf BIM betreffen in erster Linie die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeiter. Vor allem sollte mindestens ein Kollege als BIM-Modeler ausgebildet werden, um später in der Lage zu sein, auch mit openBIM – das heißt IFC-konform – zu arbeiten. Die Weiterbildung erfolgt durch den jeweiligen Softwareanbieter und kostet zwischen 800 und 1.200 Euro. Ansonsten braucht ein Mitarbeiter etwa sechs bis acht Wochen, um am laufenden Projekt die BIM-Methode zu erlernen, was dementsprechend etwa ein bis zwei Monatsgehälter ausmacht.

 

5. Muss ich für die BIM-Arbeitsweise Änderungen in der Büro-Struktur vornehmen?

An der Büro-Struktur ändert sich durch die Einführung von BIM relativ wenig. Als Tragwerksplaner setzt man Mitarbeiter in der Regel für die Schal- und Bewehrungsplanung ein. Durch BIM kommt nun noch die Erstellung des 3D-Modells hinzu, die im Optimalfall jeder beherrschen sollte. MUCKINGENIEURE erstellen bei jedem Projekt immer zuerst das 3D-Modell. Darüber hinaus sollte, wie oben bereits erwähnt, ein Mitarbeiter für die IFC-konforme Planung zum BIM-Modeler ausgebildet werden.

 

6. Welche Rolle hat der Tragwerksplaner der Zukunft bei Anwendung der BIM-Arbeitsweise?

Der Tragwerksplaner wird zukünftig vor allem auf Basis eines 3D-Modells arbeiten. Zusammen mit dem Architekten und den anderen Fachplanern wird er das Projekt an einem solche Modell entwickeln. Das 3D-Modell bildet dabei auch die Basis für Projektgespräche und Detaillösungen.

 

7. Wie kommunizieren wir mit den Planungsbeteiligten bei Anwendung der BIM-Arbeitsweise?

Das Zauberwort bei der Kommunikation mit Planungsbeteiligten heißt BIM Collaboration Format (BCF). Statt ganzer Modelle werden nur sehr kleine Informationen versandt, die jedoch, zum Beispiel mithilfe von Allplan Bimplus, direkt zur betreffenden Stelle im 3D-Modell hinführen. Diese Dateien werden dabei gleichzeitig protokolliert und archiviert, wodurch auch die Kommunikation der Planungsbeteiligten automatisch dokumentiert ist. Der Abgleich der verschiedenen Fachmodelle erfolgt wiederum im IFC-Format.

 

Sie möchten mehr darüber erfahren? Sehen Sie sich hier das komplette Video zum Vortrag an.


 

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