Rheinauhafen Köln: Wohnen und Arbeiten in Architektur-Ikonen

15. Oktober 2018

Als der Rheinauhafen vor 16 Jahren Gestalt annahm, war die Begeisterung groß. Wohnen und Arbeiten, Flanieren und Feiern sollte Kölns jüngster Stadtteil vereinen, und das alles vor der Kulisse erlesener historischer und moderner Bauwerke. Heute ist die noble Meile zweifellos einer der Standorte mit der höchsten Dichte an großartiger Architektur in Deutschland. Ein Blick auf die drei aufregendsten Highlights und die Zukunft des Rheinauhafens.

 

Rheinauhafen Köln

© Wikimedia Commons / Martin Falbisoner, [CC BY-SA 4.0]; Rheinauhafen Köln

Kranhäuser (Hadi Teherani)

Mit den Kranhäusern entstand ab 2006 ein neues Wahrzeichen, ein modernes Pendant zum Kölner Dom. Ihre drei monumentalen Winkelformen aus Glas und Stahl, die scheinbar über den Rhein ragen, erkennt man mit ihrer markanten Form schon aus weiter Ferne. Die bereits 1993 aus einem Wettbewerb hervorgegangenen Entwürfe von Hadi Teherani für die drei Hochhäuser sind inspiriert von den „Wolkenbügeln“ von El Lissitzky (1924). Die Kranhäuser neigen sich förmlich über die durchgehende Uferpromenade, so dass man unter den horizontalen Bügeln hindurch gehen kann. Noch vor der Fertigstellung 2011 waren alle 133 Wohnungen in den Kranhäusern bereits verkauft.

 

Kranhäuser Rheinauhafen Köln

© Pixabay / JamesQube; Kranhäuser Rheinauhafen Köln

Wohnwerft (Oxen + Römer und Partner)

Ebenso begehrt waren die 70 Luxus-Apartments der „wohnwer[f]t“. Gemeinsam mit dem „Kap am Südkai“ (Architekten: KSP Engel und Zimmermann), dem „Silo 23“ und dem historischen Speicherhaus „Siebengebirge“ (beide: Kister Scheithauer Gross) modelliert das 176 Meter lange, sechsstöckige Gebäude die Bebauungslinie des Rheinauhafens direkt am Fluss. Die Grundform des Gebäudes erinnert noch an die einstigen Hafenspeicher an dieser Stelle, ersetzt aber deren Massigkeit durch eine plastisch hervortretende Glasfassade, die mit ihren versetzten Vorsprüngen, Balkonen und Terrassen an einen Setzkasten erinnert. Der Bau wirkt wie aus unregelmäßig geschichteten Modulen zusammengesetzt.

 

„wohnwer[f]t“ von Oxen + Römer und Partner

© Wikimedia Commons / Raimond Spekking [CC BY-SA 4.0];„wohnwer[f]t“ von Oxen + Römer und Partner


„Silo 23“ (Kister Scheithauer Gross Architekten)

In der Rheinauhafen-Silhouette ist das „Silo 23“ mit seiner markanten Form und seiner auffälligen Farbe ein Blickfang. Das quadratische, turmartige Gebäude wurde 1938/39 erbaut und noch bis 1996 als Getreidespeicher genutzt. Trotz seiner stadtbildprägenden, markanten Form sollte es abgerissen werden, da es als nicht umnutzbar galt. Nach seiner kompletten Entkernung, dem Einziehen von 12 Geschossen und dem Einfügen großer Fensteröffnungen wird „Silo23“ heute als Bürogebäude genutzt. Besonders die Büroräume im Pyramidendach (Turmhelm) sind aufgrund ihrer besonderen Räumlichkeiten und des Panoramablicks begehrt. Im Erdgeschoss erfreut sich ein Restaurant mit Rheinterrasse großer Beliebtheit.

 

Silo 23 Rheinauhafen Köln

© Wikimedia Commons / Uwe Aranas [CC BY-SA 3.0]; Silo 23 Rheinauhafen Köln

 

Impulse für ein „Veedel im kölschen Sinne“

Ein großer Pluspunkt für die Stadtentwicklung und die Lebensqualität der Kölner ist, dass mit der Umgestaltung des Rheinauhafens ein durchgehender, kilometerlanger Uferweg entstanden ist, der vom Dom und der Altstadt bis in die Südstadt reicht. Im Rheinauhafen selbst lassen rein privatwirtschaftlicher, hochpreisiger Wohnungsbau und 70 Prozent Büro und Gewerbe allerdings keine rechte Atmosphäre aufkommen. Jetzt sollen Events und eine eigene Internetseite helfen, aus dem Nobelstandort ein „Veedel im kölschen Sinne zu machen“, umschreibt der Geschäftsführer der Rheinauhafen Verwaltungsgesellschaft (RVG) Stefan Ollig die Idee. Etwas rheinischer Frohsinn vor den Kulissen der ikonischen Architektur – das wäre ein reizvoller „Nutzungsmix“.


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