Wie Sie mit intelligenter Bürogestaltung mehr Schallschutz schaffen

9. Oktober 2017

Großraumbüros sind modern. Sie erleichtern die Kommunikation zwischen den Mitarbeitern und sorgen für mehr Austausch. Doch zugleich herrscht dort mehr Lärm als in Einzelbüros, was von vielen Angestellten als Stressfaktor wahrgenommen wird. Dabei bieten sich Architekten zahlreiche Möglichkeiten für eine effiziente Bürogestaltung an, etwa durch Schallabsorber. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie ein sinnvoller Schallschutz im Büro an Decken, Wänden und Böden aussehen kann.

 

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© Unsplash / Nastuh Abootalebi; https://unsplash.com/photos/yWwob8kwOCk

 

Stressfaktor Lärm im Großraumbüro

14 Millionen Deutsche arbeiten in Büros, davon immer mehr in Großraumbüros. Die „Open Spaces“ der ersten Generation hatten jedoch einen Nachteil: Die Komponente „Lärm“ wurde in Bezug auf das Raumklima, die Gesundheit und Zufriedenheit der Mitarbeiter massiv unterschätzt. Drucker, Kopierer und PCs erzeugen ständige Geräusche. Telefone klingeln, Tastaturen klappern, Kollegen laufen umher und unterhalten sich. Diese Störungen senken die Leistungsfähigkeit eines Mitarbeiters um bis zu 10 Prozent. Was können Planer dagegen tun?

 

Lösungen für Architekten

Eine ganze Reihe von Rechtsnormen und Gesetzen definiert bereits, wie viel Fläche einem Büroangestellten zusteht, welche Lichtverhältnisse mindestens notwendig sind und welche Sicherheitsstandards eingehalten werden müssen.

 

Bei der Gestaltung eines Großraumbüros können Architekten zudem auf vielfältige schalldämmende und schallabsorbierende Materialien zurückgreifen, um den Faktor Lärm zu reduzieren. Da Nachbesserungen oft teuer sind, empfiehlt es sich, diese Komponenten von Anfang an mit in die Planung aufzunehmen. Die Mitarbeiter des zukünftigen Büros sollten dabei in die Entscheidungen einbezogen werden.

 

Die einzelnen Elemente, die sich auf dem Boden, an der Wand oder an der Decke montieren lassen, erfüllen dabei mehrere Funktionen. Sie sorgen für eine angenehme Raumakustik und verbessern durch gestalterische Aspekte wie Farben die Gesamtwirkung des Raums. So entstehen Arbeitsorte, die die Produktivität und das Wohlbefinden steigern.

Schallschutz im Büro durch smart Trennwände

Die Großraumbüros von heute benötigen mehr Flexibilität und Mobilität. Neben der Erledigung komplexer Aufgaben am PC laufen Telefongespräche und Teammeetings ab, die jeweils unterschiedliche Anforderungen an Privatsphäre, Raumgröße und Ruhe stellen. Mit Trennwandsystemen oder Raumteilern lassen sich Büros in Abschnitte gliedern. Sie sorgen nicht nur für eine visuelle, sondern auch für eine akustische Abschirmung. Besonders effektiv sind speziell verkleidete Oberflächen, die Schall absorbieren und Geräusche dämmen. Hierzu zählen beispielsweise Textilien wie strukturierte Stoffe und Filz oder Holz in Reliefstruktur.

 

Äußerst flexible Alternativen sind raumhohe Vorhänge, die in einer Doppelschiene an der Decke montiert werden. Die Mitarbeiter können sie je nach Bedarf öffnen und schließen. Die blickdichte Variante sorgt für Sicht- und Schallschutz. Transparente Vorhänge lassen ausreichend Licht in den Raum und absorbieren ebenfalls einen Teil des Schalls.

 

Trittschalldämmende Bodenbeläge

Die meisten Großraumbüros sind mit Teppichböden ausgelegt, denn sie versprechen gegenüber anderen Bodenbelägen wie Laminat oder Parkett die besten Ergebnisse in puncto Trittschalldämmung. Bereits sehr dünne Modelle können den Schall um bis zu 20 dB reduzieren, bei hochwertiger Auslegware sind bis zu 40 dB möglich. Sie verringert zudem den Nachhalleffekt. Dieser sollte in Großraumbüros bei maximal 0,5 bis 0,8 Sekunden liegen.

Schallabsorber an der Decke

Architekten können die Bürodecke ebenfalls für den Schallschutz nutzen. Abgehängte Rasterdecken reduzieren die Echobildung. Dahinter lassen sich zugleich Beleuchtung, Lüftungselemente und Kabelkanäle verlegen. Eine optisch ansprechende Option sind weitflächige Decken mit Wellenstruktur. Die Lamellen aus Melaninharz vervielfachen die Schallabsorptionsflächen.

 

Des Weiteren sind schwebende Deckenpaneele oder großformatige Akustiksegel möglich. Sie können mit Leuchtmitteln kombiniert werden, beispielsweise mit LED-Lichtkanälen, um eine angenehme Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Spezielle Deckenleuchten, die mit verschiedenen Stoffen überzogen sind, können ebenfalls Schall absorbieren.

Zusammenarbeit zwischen Planern und Büromitarbeitern wichtig

Darüber hinaus existieren Büromöbel, beispielsweise Stühle, Schränke und Aufsatzelemente, die Lärm reduzieren können. Eine Kombination aus harten, weichen und vliesartigen Materialien erreicht dabei die höchste Schalldämmung.

 

Mit welchen Mitteln Architekten und Planer noch mehr Effizienz ins Büro bringen, erfahren Sie in unserem Beitrag „Das Großraumbüro des 21. Jahrhunderts“.

 


 

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