Luxuriös wohnen im Skelettbau: Der Limmat Tower in Dietikon

26. Oktober 2017

Ein 80 Meter hoher Wolkenkratzer mit gefalteten Fassaden und einem sich nach oben verjüngenden Grundriss – das ist der Limmat Tower im neuen Stadtteil Dietikons. Er steht für Innovation, Einmaligkeit und Aussicht. Die besondere Herausforderung dieses Projektes lag in der Tragwerksplanung. In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Lösungen die Bauingenieure der Synaxis AG aus Zürich für diesen Massivbau in Skelettbauweise entwickelten.

Limmat Tower

© ALLPLAN GmbH

 

Limmatfeld auf dem Weg in die Zukunft

In der Stadt Dietikon, unweit von Zürich gelegen, entsteht seit 2002 ein neuer Stadtteil: Limmatfeld. Auf dem etwa 87.000 Quadratmeter großen Areal befinden sich bereits zahlreiche Neubauten, etwa Büro- und Geschäftsräume. Bis 2019 sollen hier Wohnraum für bis zu 3.000 Einwohner und rund 600 Arbeitsplätze geschaffen werden. Der Limmat Tower, der zwischen 2011 und 2016 errichtet wurde, überragt die Gemeinde weithin. Er dient zudem als eine Art Pförtner, da er am Eingang zum neuen Stadtteil liegt.

 

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Fassade aus Vor- und Rücksprüngen

Die Planer von huggenbergerfries Architekten aus Zürich orientierten sich bei der Form des Limmat Towers an den frühen Vorbildern aus Amerika: Das Gebäude ist klassisch gegliedert und vertikal betont. Auffällig ist die Fassade, die ab dem 5. Obergeschoss aus Vor- und Rücksprüngen besteht, wodurch eine unregelmäßige Faltung entsteht. Zudem verjüngt sich der fünfeckige Gebäudegrundriss, einmal im 10. und einmal im 15. Obergeschoss. Insgesamt umfasst der Wolkenkratzer 25 Obergeschosse. Die Oberfläche der Fassade spiegelt die Licht- und Wetterstimmung der Umgebung. Dadurch wirkt das höchste Hochhaus der Stadt sehr lebendig und facettenreich.

 

Fassade Limmat Tower

© ALLPLAN GmbH

 

Herausforderungen der Tragwerksplanung

Für die Tragwerksplanung zeichnete das Ingenieurbüro Synaxis AG verantwortlich. Die Mitarbeiter standen vor der Herausforderung, dass aufgrund der gefalteten Fassade an diversen Stellen keine direkte Kraftdurchleitung möglich war. An den Gebäuderücksprüngen mussten sie die Stützenkräfte abfangen oder zumindest umlenken. Aufgrund der umlaufenden Brüstung war zudem ein gesonderter Brandschutz notwendig, um einen Brandüberschlag zu verhindern. Für die Bewehrung des Limmat Tower wollten die Planer trotz allem eine einfache Lösung finden.

 

Ein solides Fundament

Die Architekten und Ingenieure entschieden sich bei diesem Projekt für einen Massivbau in Skelettbauweise. Das Tragwerk des Limmat Tower besteht aus drei Elementen:

 

  1. Stahlbetonstützen entlang der Fassade und im Inneren des Gebäudes,

  2. einem stabilisierenden Erschließungskern,

  3. Flachdecken aus Stahlbeton.

Das Fundament des Wolkenkratzers bildet eine Kombination aus Pfählen und Platten. Die Tragwerksplaner hatten zunächst vorgesehen, die Stützen im Inneren des Gebäudes zu errichten. Diese Idee verwarfen sie und verschoben die Stützen bis an den Deckenrand. Tragend sind nur noch diejenigen Stützen, die in allen Stockwerken übereinander liegen. Die restlichen Stützen nutzten die Bauingenieure für den Fensteranschlag oder als Tragwerk der vertikalen Fassadenelemente.

Für die Stützenlasten im Bereich der Gebäuderücksprünge fanden die Planer folgende Lösung: Sie konzipierten einzelne Wohnungswände im jeweils darunterliegenden Geschoss als tragend. So wird die Last auf die tragenden Fassadenstützen umgelenkt. Die Brüstungen zwischen den Stützen bestehen aus Stahlbeton und umlaufen das Gebäude.

 

Baustelle Limmat Tower

© ALLPLAN GmbH

 

Innovativer Luxus mit Ausblick

Der Limmat Tower beherbergt heute 98 luxuriöse Apartments und acht Penthouse-Wohnungen. Die unkonventionelle Geometrie lässt das Gebäude zum neuen Wahrzeichen der Stadt werden. Es handelt sich dabei um eine einmalige Konstruktion für die gesamte Region. Darüber hinaus bietet das höchste Hochhaus der Stadt sowohl einen hervorragenden Ausblick als auch einen spektakulären Anblick. In unserem Whitepaper zum Limmat Tower erfahren Sie, wie Allplan Engineering die Bauingenieure maßgeblich bei der Tragwerksplanung unterstützte.

 


 

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