Valletta - Kulturhauptstadt 2018: Frischer Wind in alten Mauern

26. Februar 2018

Wussten Sie, dass die gesamte Kulturhauptstadt 2018 Valletta unter Denkmalschutz steht? Auf gerade einmal 0,84 Quadratkilometern hat die kleinste Kapitale der EU eine extreme Dichte großer Architektur zu bieten. Für das „große Fest” hat Malta mehr als 50 Millionen Euro in Restaurierungen und neue Highlights investiert: Unter anderem in das neue Wahrzeichen der Stadt – ein spektakuläres Parlamentsgebäude von Stararchitekt Renzo Piano.

 

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© Pixabay / strecosa; https://pixabay.com/de/mdina-glas-bunt-kugel-valetta-1988460/

 

Neues Leben in alten Mauern

Vor gar nicht langer Zeit galt das 1980 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärte Valletta noch als sterbende Stadt, hinter dessen Festungsmauern die Fassaden bröckelten und die Stadtpaläste verfielen. Doch die Ernennung zur Kulturhauptstadt hat der Stadtentwicklung einen enormen Schub gegeben und Valletta auch für junge Leute und Kreative wieder interessant gemacht. Die hinter der Auberge de Bavière am Ende der Old Mint Street gelegenen verwahrlosten Schlachthäuser wurden in einen Design-Cluster mit Studios für Start-up-Firmen verwandelt. Es gibt schnelles Internet, ganze Straßenzüge, wie die beim Jungvolk beliebte Strait Street, wurden umgekrempelt und saniert. Cafés, Boutiquen, Kneipen und Restaurants beleben wieder die Innenstadt.

 

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Belebte Innenstadt Valletta

© Flickr / Ina Maria Blaubeer; Belebte Innenstadt Valletta

 

Valletta – mehr als 300 Baudenkmäler

Beim Anblick der schnurgeraden Straßen und Hügel werden Erinnerungen an die berühmten "Straßen von San Francisco" wach. Valletta wurde von Michelangelo-Schüler Francesco Laparelli als schachbrettförmige, von polygonalen Bastionen gefasste Planstadt entworfen. Ansonsten hat Valletta aber nichts mit der kalifornischen Metropole gemeinsam. Vor 452 Jahren als Festungsstadt von Rittern des Malteserordens gegründet, ist sie Europas einzige Hauptstadt, die vollständig unter Denkmalschutz steht.

 

Großmeisterpalast Valletta

© Pixabay / Elfraimstochter, https://pixabay.com/de/gro%C3%9Fmeisterpalast-innenhof-palast-116602/; Großmeisterpalast Valletta

 

Mehr als 300 historische Bauwerke, Paläste und Stadthäuser zählt Valletta. Anders als in anderen Städten wurden im Zweiten Weltkrieg entstandene Bombenlücken hier nicht mit schnödem Neubau gefüllt, sondern die barocke Bausubstanz liebevoll rekonstruiert. Der Großmeisterpalast ist ein Muss auf jeder Besichtigungstour durch Valletta, genauso wie die Kathedrale St. John’s, Fort St. Elmo und die Waterfront. Der Charme der Straßen und Plätze Vallettas wird noch hervorgehoben durch die typischen bunten Balkone und den allgegenwärtigen "Malta Stone", der die Stadtlandschaft je nach Sonnenstand in satten Ockertönen oder sanftem Gold erstrahlen lässt.

 

Gassen in Valletta

© Pixabay / JanneG, https://pixabay.com/de/mittelmeer-valletta-gasse-h%C3%A4user-241581/; Gassen in Valletta

 

Renzo Pianos “City Gate”-Projekt

Seit der Ernennung zur Kulturhauptstadt 2018 im Jahr 2012 hat Malta mehr als 50 Millionen Euro in Renovierungs- und Verschönerungsarbeiten investiert. Das Herzstück des urbanen Makeovers ist das Quartier rund um das City Gate von Valletta, dessen Neuinterpretation Stararchitekt Renzo Piano anvertraut wurde. Das vormals kolossale Stadttor öffnet sich jetzt zum Himmel, links und rechts des Tores schwingen sich wie Flügel zwei Treppen empor. Die Ruinen der alten Oper hinter dem Stadttor hat Renzo Piano in ein Freilichttheater verwandelt. Gleich daneben ragt das neue festungsartige Parlamentsgebäude auf.

 

Parlamentsgebäude von Renzo Piano

© Flickr / Jean-Pierre Dalbéra, https://www.flickr.com/photos/dalbera/25354002136/in/photolist-ECrTvS-EuinS3-EEFJLr-EnNswh-DEPC7f-DAvmCQ-ECmSff-EwwDEB-EnMmhL; Parlamentsgebäude von Renzo Piano

 

Parlamentsgebäude als Landmark

Das außergewöhnliche Bauwerk wird von Touristen umkreist wie von Paparazzi. Zwei Steinblöcke scheinen auf abenteuerlich schmalen Metallbeinen zu schweben. Fixiert werden sie von einem abgeschrägten, geschlossenen Eckpylon mit Flugdach. Die der Fassade vorgehängten Platten aus Korallen-Kalkstein wurden auf der benachbarten Insel Gozo gebrochen und in Italien mittels neuester Computertechnik mit ganz neuen Funktionen wie der Energie- und Lichtsteuerung betraut. Schwärme von Öffnungen wie Schießscharten und hervorragende Elemente bilden einen effektiven Sonnenschutz und zeichnen je nach Lichteinfall ein spielerisches Schattenbild auf Wände und Boden. Gleichzeitig sind sie den verwitterten Mauern eines maltesischen Tempels nachempfunden. So fügt sich das neue Wahrzeichen der Stadt auf geniale Weise in die historische Umgebung ein, ohne historisierend zu wirken.

 

Parlamentsgebäude Valletta

© Flickr / Jean-Pierre Dalbéra, https://www.flickr.com/photos/dalbera/25379337265/in/photolist-ECrTvS-EuinS3-EEFJLr-EnNswh-DEPC7f-DAvmCQ-ECmSff-EwwDEB-EnMmhL/; Parlamentsgebäude Valletta

 

Im Januar wurde der Auftakt zum Jahr der Europäischen Kulturhauptstadt mit Prunk und Gloria gefeiert. Über das Jahr verteilt gibt es auf der ganzen Insel 140 Kulturprojekte und 400 Events mit etwa 1.000 beteiligten Künstlern. Frischer Wind in alten Mauern: Zumindest was Stadtbild und kulturelles Leben angeht, schlägt Valletta wieder im Takt der Zeit. 


 

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