In 77 Tagen zum klimaneutralen Zuhause

27. April 2022

Schnelligkeit in der energetischen Sanierung ist eine Frage des optimalen (digitalen) Workflows – finden Andreas Klingerbeck und Ronald Meyer und zeigen, wie es geht.

Lange Bauzeiten, hohe Kosten, endloser Papierkram, Chaos auf der Baustelle – all das ist nur ein Teil der Frustrationsquellen, die energetische Sanierungsprojekte für Architekten und Bauherren mit sich bringen. Andreas Klingerbeck, Inhaber von Digitale Bauplanung Andreas Klingerbeck, hatte davon irgendwann genug. Er findet, dass die Baubranche dringend standardisierte Prozesse benötigt. Der Weg dorthin führt seiner Meinung nach über die Digitalisierung. Gemeinsam mit Ronald Meyer, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Gebäudemodernisierung e.V., konnte er zeigen, wie sich mithilfe eines digitalen Workflows – basierend auf einer umfangreichen Planung in Allplan – Ein- und Zweifamilienhäuser in nur 77 Tagen zum klimaneutralen Zuhause umbauen ließen.

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Maximale Minimierung der Bauprozesse

Grundlage für die maximale Minimierung der Bauprozesse und der damit verbundenen Zeit- und Kostenersparnis ist eine intensive Planung. Von den 77 Tagen nimmt daher der reine Planungsprozess allein die ersten 43 ein. Da von älteren Ein- und Zweifamilienhäusern oftmals keine Pläne mehr vorhanden sind, beginnt dieser mit einer Bestandsaufnahme des Gebäudes in Form eines in Allplan generierten 3D-Gebäudemodells. Bei der darauffolgenden Umbauplanung bieten darauf zugeschnittene intelligente Baudaten (IBD) nicht nur die Möglichkeit, dem Kunden zu zeigen, was sich konkret an seinem Gebäude verändern wird, sondern liefern auch gleich die Informationen für die Ableitung von Mengen und Ausschreibungen. Zudem lassen sich auch durch die Messgehilfen in Allplan die verschiedenen gewünschten Umbaumaßnahmen mit wenigen Klicks protokollieren.

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Vor-Ort-Beratungsbericht, Sanierungsfahrplan, Energieausweis

Bei der energetischen Sanierung bietet ein vom Planer erstellter Vor-Ort-Beratungsbericht dem Bauherrn einen ersten Überblick über die verschiedenen Sanierungsmöglichkeiten, deren Kosten und mögliche Förderung. Nach Festlegung der Maßnahmen wird ein individueller Sanierungsfahrplan erstellt, der den genauen Ablauf der zu ergreifenden Baumaßnahmen Schritt für Schritt festhält. Mithilfe des 3D-Modells in Allplan mit den entsprechenden IBD-Planungsdaten lässt sich über ein Plugin von AX3000 bereits vor der Ausführung ein Energieausweis erstellen, der beispielsweise belegt, ob die Anforderungen an ein gefördertes Effizienzhaus erreicht werden. Insgesamt wird so für den Kunden veranschaulicht, welche Sanierungsmaßnahmen für sein Haus sinnvoll sind.

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Veranschaulichung durch 3D-PDFs und VR

Eine weitere praktische Hilfe zur Veranschaulichung stellen 3D-PDFs (digitale Planungsordner) dar, die aus Allplan heraus vom Modell generiert werden können. Dies ermöglicht dem Bauherrn eine interaktive Ansicht des Modells in einem gängigen PDF-Reader, ohne CAD-Software verwenden zu müssen. Noch anschaulicher wird der Soll-Zustand über eine virtuelle Begehung des Modells per Virtual Reality (VR). Auch hierfür bietet Allplan-Partner AX3000 ein Plugin. Digitaler Planungsordner und VR-Rundgang bieten im Übrigen auch die Möglichkeit, anhand eines 3D-Musterhauses zweifelnde Kunden von einer energetischen Sanierung zu überzeugen.

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Mengenermittlung, Statik, Kommunikation

Die Modellierung mit IBD ermöglicht über das Lösungspaket Allplan Design2Cost dank intelligenter Mengenermittlung maximale und einwandfrei dokumentierte Kostentransparenz, da sich die Mengen immer automatisch an den aktuellen Planungsstand anpassen. Mithilfe der AVA-Software Nevaris können aus den IBD exakte Leistungsverzeichnisse automatisiert abgeleitet werden, was eine schnelle Vergabe ermöglicht. Für eine statische Überprüfung kann das Gebäudemodell zur Erstellung eines Statik-Modells über eine integrierte bidirektionale Schnittstelle in Allplan direkt in die Statik-Lösung FRILO überführt werden.

Über die BIM-Plattform Allplan Bimplus lassen sich wiederum die verschiedenen Fachmodelle verwalten, koordinieren und auf Kollisionen überprüfen und befinden sich immer für alle Projektbeteiligten auf demselben aktuellen Planungsstand. Des Weiteren können über die Cloudlösung unter anderem Tasks vergeben werden, was eine klare und gut dokumentierte Kommunikation unter den Beteiligten ermöglicht und beispielsweise E-Mails obsolet macht.

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Auf der Baustelle

An den übrigen 34 Tagen auf der Baustelle verwendet Andreas Klingerbeck gerne ein digitales Baudokumentations-Tool, das für zusätzliche Klarheit bei der Ausführung sorgt und Aufgaben und Zuständigkeiten klar dokumentiert. Ronald Meyer hegt indes bereits die Zukunftsvision von separaten Dienstleistern, die die Baustelle nach dem aktuellen Bedarf bereits vor den eigentlichen Arbeiten mit dem benötigten Werkzeug etc. vorbereiten. So könnte die wertvolle Arbeitszeit von Baufachkräften effizient um die tägliche Vorbereitungszeit reduziert werden.

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