Hand in Hand: Wie BIM und Lean Management zusammenhängen

23. Januar 2017

Im Jahr 1991 veröffentlichten Womack, Jones und Ross, Wissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology, das Buch „The Machine That Changed The World“. Damit brachten sie erstmals den Begriff des „Lean Management“ in die öffentliche Debatte. 25 Jahre später hat sich das Konzept weiterentwickelt: Es geht nicht nur um Effizienzsteigerung und Kostensenkung, sondern auch um Menschlichkeit. In diesem Beitrag erläutern wir Ihnen, welche Bereiche Lean Management umfasst und welche Schnittstellen es mit dem Building Information Modeling (BIM) gibt.

 

BIM & Lean Construction Management

© Unsplash, CC0, https://unsplash.com/?photo=p-rN-n6Miag

 

Lean Construction Management ist mehr als eine Methode

Lean Management ist eine Kultur, die ein Unternehmen in seiner Gesamtheit durchdringt. Der Begriff stammt aus dem Englischen und bedeutet „schlank“, jedoch nicht im Sinne von „dünn“. Stattdessen stehen eine Prozessoptimierung und höchstmögliche Nutzenbringung im Vordergrund, die zu mehr Kundenorientierung und Kostensenkung führen. Dieser Ansatz wird branchenübergreifend eingesetzt, auch in der Bauindustrie. Hier ist er unter dem Namen „Lean Construction Management“ bekannt.

 

Sicherheit, Qualität, Menschlichkeit, Liefertreue und Kosten sind die zentralen Aspekte des Lean Managements. Für Architekten und Bauingenieure bedeutet der qualitative Ansatz, dass sie sich kontinuierlich verbessern wollen. Fehler sind erlaubt. Mit den daraus abgeleiteten Anpassungen können sie die bestmögliche Wertschöpfung erreichen. Die Kultur der Lean Construction ist eng mit dem Total Quality Management und dem Kaizen verflochten, einer Arbeitsweise aus Japan.

 

Ebenso gehören eindeutig definierte Prozesse dazu, die intern oder unternehmensübergreifend sein können. Verantwortlichkeiten und Kommunikationswege erfordern eine logische Gestaltung, damit die Arbeitsabläufe miteinander harmonieren. Standardisierung sorgt für mehr Sicherheit, ein besseres Kostenmanagement und verlässliche Aussagen zu Lieferterminen.

 

Detaillierte Informationen zur Implementierung und dem optimalen Einsatz der  Arbeitsmethode BIM innerhalb eines Projektes.

 

Wenn ein Architekturbüro anstrebt, Lean Construction Management zu integrieren, ist es wichtig, das Personal mit einzubeziehen. Indem die Angestellten aktiv mitentscheiden und Verantwortung übernehmen, steigt ihre Motivation und ihr Bewusstsein für diese Kultur. Ein Anspruch an Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit ist stark in diesem Konzept verankert, zwei Begriffe, die auch in der Baubranche wegweisend für das 21. Jahrhundert sind.

 

BIM und Lean Construction hängen eng zusammen

Beim Building Information Modeling (BIM) handelt es sich ebenfalls um mehr als eine Methode. Neben dem Ziel, die Effizienz von Bauprojekten zu erhöhen, spielen vor allem Transparenz, Kommunikation und Kooperation eine bedeutende Rolle. Im Zentrum steht ein digitales Bauwerksmodell, das es ermöglicht, die Gestaltung und zukünftige Nutzung eines Gebäudes zu simulieren, ebenso wie Bauabläufe oder das Zusammenwirken der verschiedenen Fachplanungen.

 

Konstruktionsfehler werden so bereits in der Planungsphase erkannt, notwendige Verbesserungen können frühzeitig und kontinuierlich umgesetzt werden. Dies erhöht für Bauherren und Investoren die Kostensicherheit und Qualität des späteren Bauwerks. BIM verfolgt außerdem das Ziel einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen allen Projektbeteiligten. Sie können das BIM-Koordinationsmodell einsehen, Veränderungen anbringen und Daten miteinander austauschen. Alle baurelevanten Informationen sind zentral verfügbar.

 

Building Information Modeling funktioniert in einem Planungsbüro nur, wenn die Mitarbeiter hinter dieser Arbeitsweise stehen und sie konsequent in Veränderungsprozesse einbezogen werden. In dieser Hinsicht ergeben sich weitere Überschneidungen mit dem Lean Management.

 

Lean Construction Management und BIM verfolgen ähnliche Ansätze

Die Planungsmethode BIM und die Kultur des Lean Construction Management prägen ein Unternehmen von innen heraus. Beide sind Teil der Firmenstrategie. Sie verändern und optimieren Arbeitsprozesse. Sie ermöglichen eine höhere Qualität von Bauprojekten sowie mehr Sicherheit bei Kosten und Terminplänen. Bei BIM sind Kommunikation und Kooperation entscheidende Charakteristika. Beim Lean Construction Management steht dagegen nicht nur die Prozessoptimierung im Vordergrund, sondern auch eine Ausrichtung auf die Werte, Wünsche und Vorstellungen der Auftraggeber. Mit beiden Ansätzen streben Unternehmen danach, wirtschaftlich und nachhaltig zu arbeiten.

 


 

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