On the Road: BIM kommt auf die Straße! - Teil 1

12. März 2020

Die Vorbereitungen für die Umstellung auf BIM im deutschen Straßenbau sind in vollem Gange. Nordrhein-Westfalen will bei der Einführung des Building-Information-Modeling (BIM) eine Vorreiterrolle einnehmen. Eine Bilanz.

 

Bald ist es so weit: BIM soll ab 2020 in Infrastrukturprojekten des Bundes zur Pflicht werden. Die Vorbereitungen hierzu haben in den letzten Jahren an Fahrt aufgenommen. Seit 2017 läuft die erweiterte Pilotphase des Stufenplans Digitales Planen und Bauen des BMVI. In Ergänzung zu diversen Pilotprojekten wurde im Oktober 2016 die ARGE BIM4Infra vom BMVI damit beauftragt, die technischen und rechtlichen Voraussetzungen für die große Umstellung zu erarbeiten. Ein Bundesland, das sich unterdessen das Ziel des Bundes zu eigen gemacht hat, ist Nordrhein-Westfalen. Dirk Krüger von Straßen.NRW berichtete beim ALLPLAN Brückenbau Experten-Talk, wie es um die Einführung von BIM im Straßenbau steht und wo überall noch der Schuh drückt.

 

Stufenplandurchführung mit BIM4Infra

Von 2015 bis 2017 lief gemäß Stufenplan die Vorbereitungsphase mit einigen wenigen Pilotprojekten, in denen BIM aber nur in Teilbereichen zum Einsatz kam. In der erweiterten Pilotphase, die seit 2017 und bis 2020 läuft, wird nun die Zahl der Pilotprojekte deutlich erhöht und der Einsatz von BIM in den Projekten umfassender, und zwar auf dem sogenannten Leistungsniveau 1. Um dieses Leistungsniveau zu definieren und zu klären, welche technischen und rechtlichen Voraussetzungen hierfür zu erfüllen sind, wurde die Arbeitsgemeinschaft BIM4Infra vom BMVI beauftragt. Deren Aufgaben waren:

 

● Die Entwicklung eines erreichbaren Leistungsniveaus für die Einführung von BIM


● Die Begleitung der Pilotprojekte und Ausweitung der Pilotphase

● Untersuchung von Rechtsfragen und Erarbeitung von Empfehlungen für die zukünftige Vertragsgestaltung

● Bereitstellung entsprechender Leitfäden und Muster für die Vergabe und Abwicklung von BIM-Leistungen, insbesondere Auftraggeberinformationsanforderungen ([AIA] + BIM-Abwicklungsplan [BAP])

● Identifikation von Anforderungen an einheitliche Datenstrukturen für den Infrastrukturbereich / Erarbeitung eines einheitlichen Datenbankkonzepts / BIM-Bibliothek

● Information und Öffentlichkeitsarbeit

 

Obgleich die BIM4Infra sieben Pilotprojekte bundesweit begleitete, kamen die Ergebnisse der Arbeitsgemeinschaft vielen weiteren Pilotprojekten erst spät zugute: Die Endfassung wurde erst im Mai 2019 veröffentlicht. Dirk Krüger vom Landesbetrieb Straßenbau NRW, kurz Straßen.NRW, hätte sich gewünscht, die Ergebnisse schon früher zu erhalten. Dass die nordrhein-westfälische Straßenbauverwaltung mit diesem Thema zu tun hat, hängt mit dem Koalitionsvertrag der seit Mitte 2017 amtierenden Landesregierung zusammen. Hier wurde festgelegt, dass das Bundesland die BIM-Richtlinien des BMVI übernimmt. Um diese Pläne umzusetzen, hat Straßen.NRW eine eigene Strategie erarbeitet.

 

BIM-Strategie bei Straßen.NRW

Bei Gesprächen in einem internen BIM-Infokreis bei Straßen.NRW, der die Fachbereiche Vermessung, Planung, Konstruktiver Ingenieurbau (KIB), IT sowie Bau und Betrieb umfasste, wurden vier Bereiche definiert, die für die interne BIM-Strategie betrachtet werden müssen: Technologie, Richtlinien, Prozesse und vor allem Menschen. Um letzteren, das heißt, den Mitarbeitern, BIM verständlich zu machen, wurde ein Netzwerk aus Best-Usern gebildet, bestehend aus jeweils einem Best-User pro Niederlassung aus der Straßenplanung und dem KIB, die als Multiplikator dienen sollen. Für diese Best-User wurden seit Sommer 2018 intern, mit externer Hilfe der Universität Bochum, drei Schulungen in BIM durchgeführt.

 

Parallel dazu wurden die Vertragsunterlagen – AIA, Muster-BAP, besondere Vertragsbedingungen (BVB) – für Pilotprojekte erstellt. Anschließend wurde eine Software-Validierung vorgenommen, um zu klären, welcher Bereich welche Software benötigt. Ferner beschloss man, dass die vier Regionen von Straßen.NRW jeweils ein Pilotprojekt durchführen. In diesen Pilotprojekten gilt es vor allem zu klären, ob der Datenaustausch zwischen den Akteuren und das Arbeiten in Projekträumen beziehungsweise in einer gemeinsamen Datenumgebung (CDE) funktioniert. Die notwendigen Austauschformate stehen noch nicht zur Verfügung.


 

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